Grußwort von Heinrich Geiger Rebecca Solnit sieht in ihrem Buch „Wanderlust. Eine Geschichte des Gehens“ (S. 329) von allen Performances um das Thema Gehen einen Lauf auf der Chinesischen Mauer als die „dramatischte, ambitionierteste und extremste“ an. Der Titel der Perfomance lautet „Lovers“; ausgeführt wurde sie 1988 von Marina Abramovic´ und Ulay, deren Zusammenarbeit mit …
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ein sanftes Erschrecken beim Betrachten eines Blattes
Alles Pflanzliche hat mehrere Leben. Das Vergehen ist ein Teil davon. Den Zyklus von Werden und Vergehen führt uns die Natur Tag für Tag vor, ganz unauffällig, aber konstant, draußen in den wechselnden Jahreszeiten. Aber auch beim Blick auf die Blumen, die wir uns in unsere Küche oder unser Wohnzimmer stellen, werden wir zu Zeugen …
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Gastbeitrag Matthias Drescher
Ich freue mich sehr über den Beitrag von Matthias Drescher. Er trägt die Überschrift „China als Laie“, was der Intention meines Blogs in mehrerer Hinsicht entspricht. Denn die Beschäftigung mit China sollte nicht auf Chinesen selbst oder Sinologen beschränkt sein. Siehe dazu das Interview mit mir „“ Was China gehört, gehört auch der Welt.“ Das …
Beobachtungssinn
Seit dem 18. Jahrhundert gibt es im angelsächsischen Sprachraum in Analogie zu dem Begriff einer „aesthetic perception“ die Vorstellung einer „moral perception“. Bei letzterer handelt es sich um die intensive Vorbereitung eines moralischen Werturteils durch differenzierte Wahrnehmung. Der Begriff der „moral perception“ hilft uns bei der Beschäftigung mit der Ästhetik Zong Baihuas weiter, dem ich …
Dritter und vorerst letzter Gastbeitrag von Wulf Noll
Östliches Rot – Lanzhou Östliches Rot – Platz im Zentrum, Zentrum der Flaneure, besser der Flaneurinnen, die ihre Stiefel und ihre Pumps ausführten. Überall war brodelndes Leben, Blumengirlanden, Märkte zum Frühlingsfest. Sozialismus und Kapitalismus, wo war der Unterschied? Gab es überhaupt einen? Welchen? Mit diesen Gedanken spazierte der Flaneur mit seiner ‚Schöne Wolken‘ und mit …
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Zweiter Gastbeitrag von Wulf Noll
Konfuzius‘ Grab in Qufu Die Leute schritten aus dem Garten und erreichten die ‚Straße des Trommelturms‘. Mit ihren vielen Verkaufsständen und Garküchen rief diese Straße eine heimische Atmosphäre hervor. Der Gastpoet und die Damen tranken grünen Tee und aßen einige Klebreisklößchen, die mit süßer Lotospaste gefüllt waren. Alsbald gelangten sie an einen Tempel, der Konfuzius‘ …
Gastbeitrag von Wulf Noll
Eine Herberge in Xiamen Dann war es soweit, Lilo/Qianxia/Schönheit und Sigrid/Pingping/Wasserlinse lächelten den Gastpoeten an: „Wir sind da! Hattest du eine gute Reise?“ Robert: „Ja, die Zeit verging so schnell. Die Landschaft in der Provinz Fujian mit Flussläufen und Bergketten im Hintergrund rief vom Zugfenster aus einen anregenden Eindruck hervor. Ich wäre gern ausgestiegen, um …
Die sich abzeichnende Unruhe im noch nicht Gesagten
Mit einer Irritation (siehe meinen Text „Nichts zu werden“) hatte ich mich in die Sommerfrische verabschiedet, mit einer Katastrophenerfahrung im Nacken kehre ich aus dieser zurück. Hier zeigt sich, dass wir uns, wenn wir spazieren, auf dünnem Eis bewegen (siehe meine Texte „Gehen als künstlerischer Akt“,“Existentieller Ernst“ und „Erkenntnis-„gang““). Natur-Katastrophen sind nur schwer von Kultur-Katastrophen …
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Nichts zu werden
Mein letzter Beitrag vor den Sommerferien. In der Hitze des Juni 2021 denke ich an den 1975 verschollenen Künstler Bas Jan Ader (geb. 1942), der auszog, das Wundern zu lernen. Ob er das Wunderbare gefunden hat, wird man nie erfahren. Am 9. Juli 1975 sticht der erfahrene Segler bei Cape Cod, unweit der Stelle, an …
Wege
„Die Natur ist republikanisch“. Unter diesem Titel hat sich Michael Gamper 1998 mit den ästhetischen, anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im 18. Jahrhundert beschäftigt und dabei entdeckt, dass der Garten die ideale Erziehungsstätte für „den neuen Menschen“ ist. Die Natur wird in den Grenzen des vom Menschen gestalteten Gartens als eine Lehrerin verstanden, …