Wege

„Die Natur ist republikanisch“. Unter diesem Titel hat sich Michael Gamper 1998 mit den ästhetischen, anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im 18. Jahrhundert beschäftigt und dabei entdeckt, dass der Garten die ideale Erziehungsstätte für „den neuen Menschen“ ist. Die Natur wird in den Grenzen des vom Menschen gestalteten Gartens als eine Lehrerin verstanden, …

Aber ihm sind Grenzen gesetzt

John Napier gehörte zu den ersten, die die Geschichte des Gehens mit der Geschichte des Vormenschen beginnen lassen und sie auf engste mit der Geschichte der Menschwerdung verknüpfen (»The Antiquity of Human Walking«). 50 Jahre später, nämlich 2019, legt Rebecca Solnit in ihrem Buch Wanderlust. Eine Geschichte des Gehens unter der Kapitelüberschrift »Aufstehen und Fallen« …

… eine Größe unter anderen

Mit sonderbarer Gnadenlosigkeit wird Technik nach wie vor als Mittelstruktur verstanden: als ambivalentes Instrument zur Erreichung vorgegebener Ziele. Weiter so zu denken würde eine gefährliche Illusion der Freiheit gegenüber der Technik implizieren. Denn wir sind auf Technik nicht nur als Mittel des Überlebens angewiesen, sondern sie bestimmt das Wie unserer Lebensform, sie stellt die gesellschaftliche …

Gehen als künstlerischer Akt

Seine unter dem Titel „Die Weltfremdheit des Menschen“ veröffentlichten „Schriften zur philosophischen Anthropologie“ zeigen Günther Anders als einen Denker, dessen Anliegen es ist, „die wesentlichen Umgangsformen des Menschen mit Welt und Mitwelt festzustellen“. Im Kontext der Überlegungen des Heidegger-Schülers Anders werde ich mich in diesem und in den folgenden Beiträgen mit zwei Phänomenen menschlicher Weltverhältnisse …

Selbstvergessen

„Querfeldein, querwaldein, querbuschein, querwortein“ – auf diese Weise beschreibt Peter Handke 2011 in seinem Tagebuch den Beruf des Schriftstellers als eine Art Pfadfindertum. Mit seinen Aufzeichnungen führt er uns in eine Sphäre, in der das von ihm so bezeichnete „Ideal der Ideale“: die „Empfänglichkeit“ vorherrscht. Was geschieht, wenn wir das Verhältnis, das wir spazierend zu …

Erkenntnis-„gang“

Zu spazieren bedeutet einen Erkenntnis-„gang“ im wahrsten Sinne des Wortes: Spazierend durchschreite ich die „innere Natur“ des Menschen wie die „äußere Natur“ der Wiesen, Wälder und Berge, der Häuserschluchten, Mietskasernen und Stadtautobahnen. Dass es bei diesem Erkenntnisgang nicht um die reine Idee geht, zeigt sich sehr bald. An die Stelle absoluter Wahrheitsansprüche tritt ein prozesshaftes …